JUPITER JONES
September 30 @ 19:00 - 23:30

JUPITER JONES - ICH TRAG DEN SARG, DU TRÄGST WAS BUNTES
VIELLEICHT IST DAS ALS TROST GEMEINT?!
2019 saßen Sascha Eigner und Nicholas Müller an einem Eichentisch in Hamburg Eimsbüttel und
hatten große Träume, hehre Ziele, krasse Erwartungen und so. Eigentlich alles, was man so haben
konnte, wenn man an die frisch beschlossene Reunion ihrer Band Jupiter Jones im nächsten Jahr
dachte. Neues Album, erste Show beim Reeperbahn Festival, dann ne Tour, Rockolymp
vielleicht…
2020 hatten dann alle Masken an, Scheißlaune und ein bisschen Angst dazu. Die Rumpeligkeit
der Welt schlug aufs Gemüt und ins Kontor. Songs schreiben fühlte sich an wie ein Wettrüsten
gegen das Ende der Branche und ein bisschen auch dem der Welt. Es war anstrengend! Schön
und sinnvoll, aber so dermaßen anstrengend und zerfasert. Geprägt von ständigen Pausen, von
überlasteten Zoom-Sessions, immer wieder verschobenen Zeitplänen. Und all das in einer Phase,
in der die beiden eigentlich vor Glück permanent nasse Äugchen hätten haben sollen. Am Ende
war’s dann so, aber aus Gründen von Schiss und Erschöpfung.
„DIE SONNE IST EIN ZWERGSTERN“ - Das 2022er Zweit-Debut der beiden, wurde dann
trotzdem toll und zum lieb haben. Ein Aufatmen und Neubeginn mit viel sehr guter Zeit darin und
daran. Klar war aber auch: Beim nächsten Album muss das anders!
SAME SAME, BUT DIFFERENT.
Also, anders im Sinne von: Die Welt funktioniert auch heute noch nicht, wahrscheinlich noch viel
weniger und Gründe zur Verzweiflung gibt’s vom Augen auf bis zum Augen zu, aber da kann die
Musik ja nix für!
Also lass mal auf einander und uns selbst achten, lass die Energie nutzen, egal wo sie herkommt
und wo sie hinmöchte und lass gleichzeitig auch einsehen, dass wir das jetzt wirklich schon lang
genug machen, um ne ganz klare Meinung und ne ganz klare Haltung zu haben: Zur Musik und
zur Welt!
Lass mal Freund und Kollegen Andi Weizel (Producer & Songwriter, u.a. Frida Gold) anrufen und
ihn fragen, ob er Bock auf Co-Producing und sowieso alle zehn Finger im Spiel hat. Und lass mal
auf Tugenden berufen, die gemeinsam gelernt wurden, als Andi noch anno Tuck als
Produktionsassistent an den Alben „HOLIDAY IN CACATONIA“ und „JUPITER JONES“ mitwirkte.
Lass doch auch noch Michi Ludes of former Mikroboy-Glory, Liser, Jean Michelle Tourette und
noch ein paar andere Superfreund:innen fragen, ob sie Bock auf Songwriting haben. Aber auch Ali
Zuckowski, der mit den ganzen Popsongs und so. Halt alles gute Leute, menschlich wie fachlich.
Weil man ja immer nur am besten macht, was man am besten kann, machen JJ da weiter, wo sie
nie aufgehört haben. Mag es nerven, wen es will, aber der Bogen wird weiterhin vom Punk der
frühen Jahre hin zum Pop, auch der frühen Jahre, gespannt. Das machen die halt wirklich schon
immer! Tut nur weh, wenn man sich freiwillig dran stößt.
Die Frage ist halt immer nur, mit welcher Selbstverständlichkeit an ein solches Projekt geht. Und
so wurden - ein bisschen im guten Wissen, dass Kalkül bei dieser Band eh noch nie funktioniert
hat - ein Album geschrieben, dass von Herzen menschlich und politisch, tanz- und weinbar und
Pop und Punk und alles mögliche ist. (Nur kein Poppunk. Keine halben Sachen.)
Es wurden, zum ersten mal in der Geschichte der Band, deutlich mehr Songs geschrieben, als so
ein Album eigentlich braucht. Einmal, weil’s halt einfach ging. Also, es ging nicht einfach, das war
schon ein Haufen Arbeit… Aber die Ideen waren da, der Drang, die Not, der Bock!
ICH TRAG DEN SARG, DU TRÄGST WAS BUNTES
So heißt das Werk nun. Ein Ding voll den Umständen trotzender Lebensfreude, das gerne
unterhalten möchte, aber nicht um jeden Preis. So rund und eckig zugleich, wie’s der Titel
verspricht.
Es ist wohl das konsequenteste JJ-Album seit dem allerersten. Nicht, weil’s so klingen will, dafür
lagen dazwischen paarundzwanzig Jahre zu viel. Aber weil’s macht, was es möchte. Weil’s von
irgendwo ganz innen kommt, da wo man ganz gerne mal den Geist entrümpelt. Es ist ein Konvolut
von allem, was Jupiter Jones schon immer ausgemacht hat, und es musste so.
Für Sascha und Nicholas ist es ein guter Grund, zufrieden ins Bett zu gehen. Zumindest zufrieden
mit der Musik. Das mit der Welt wird ein andermal geklärt.
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